Was ist Homöopathie?

Der Arzt und Chemiker Dr. Samuel Hahnemann hat vor 200 Jahren die Homöopathie entwickelt. Diese geht davon aus, dass eine Krankheit nur mit einem solchen Arzneimittel zu behandeln ist, welches beim gesunden Menschen in hoher Dosierung vergleichbare Beschewerden hervorruft wie die Krankheit selbst.

Wie wirkt Homöopathie?

Das homöopathische Mittel ahmt quasi die echte Krankheit nach, gibt dem Körper also einen kleinen Anstoß, damit dieser die Krankheit heilt. Somit werden die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert. Dieser ist dadurch wieder in der Lage, sich selbst von der Krankheit zu befreien. Selbst geringste Arzneimengen sind ausreichend, diese Kräfte zu mobilisieren.

Die Auswahl des homöopathischen Mittels

Um das richtige homöopathische Mittel zu finden, wird nicht nach dem Krankheitsnamen, bzw. nach der Dosierung gesucht. Wegweisend sind die individuellen Symptomen des Patienten. D.h. es ist weniger wichtig, welche Krankheit der Patient hat, sondern wie sich die betreffende Krankheit beim Patient äußert. Dabei wird jeder Patient als individuelle Persönlichkeit betrachtet. Es ist durchaus möglich, dass von 5 Patienten, welche an derselben Krankheit (z.B. Durchfall) leiden, jeder aufgrund der individuellen Symptomatik ein anderes Mittel braucht.

Als erstes ist eine genaue Beobachtung und eine ausführliche Befragung des Patienten nötig.

  1. Welche Krankheit hat er? (Durchfall, Fieber, Halsschmerzen…)
  2. Wie ist sein Aussehen? (Bleich, gerötet, aufgedunsen, Ausschläge)
  3. Was hat die Beschwerden ausgelöst? (Verletzung, Nahrungsmittel, Hitze, Kälte., Stress……)
  4. Wie verhält sich der Patient? (Apathisch, ängstlich, aufgeregt, ärgerlich, aggressiv, braucht er Gesellschaft, will er alleine sein,……..)
  5. Was empfindet der Patient? (Frieren, Schwitzen, Jucken, Stechen,……..)
  6. Welcher Art sind die Schmerzen? (Pulsierend, stechend, brennend, ziehend,…..)
  7. Was bessert (B:), was verschlimmert (V:) die Beschwerden? (Wärme, Kälte, Ruhe, Bewegung, Tags-, Nachtzeiten,…..)

Es kann in vereinzelten Fällen vorkommen, dass Sie kein passendes Mittel finden. Manchmal ist es auch schwierig, sich für ein Mittel zu entscheiden, da zwei oder drei in Frage kommen. Meistens hilft Ihnen in dieser Situation eine nochmalige, genauere Beobachtung oder Befragung des Patienten weiter.
Falls das ausgewählte Mittel ungenügenden Erfolg zeigt, so entscheiden Sie sich für das nächstfolgende. Allerdings sollten sie es vermeiden, viele verschiedene Mittel durchzuprobieren. Je mehr verschiedene Mittel dem Organismus zugeführt werden, um so schwieriger kann dieser auf das schlussendlich richtige reagieren.
Sollten Sie das entsprechende Mittel nicht finden, nehmen Sie mit Ihrem Homöopathen Kontakt auf.

Die Medikamenteneinnahme

Es gibt mehrere Punkte, die bei einer Medikamenteneinnahme zu beachten sind und wesentlich zum Erfolg der Behandlung beitragen. In der klassischen Homöopathie wird nur ein Mittel gleichzeitig verabreicht.

  1. Die Medikamente sollten nicht mit der Hand berührt werden, da die Globuli (Kügelchen) mit dem entsprechenden Heilmittel imprägniert sind. Am besten entnehmen Sie diese, indem Sie die Globuli auf einen Plastiklöffel geben oder in den Fläschchendeckel kippen.
  2. Nehmen Sie das Medikament nur bei sauberem Mund ein; nie direkt nach dem Zähneputzen.
  3. Vor und nach der Einnahme des Mittels sollten Sie 30 Minuten nicht rauchen, essen oder trinken. In akuten Situationen, z.B. nach einem Unfall, kann selbstverständlich sofort eine Gabe verabreicht werden.
  4. Lassen Sie das Medikament langsam im Mund zergehen.
  5. Verzichten Sie auf gleichzeitige Anwendung mit Kampfer und Menthol. Ebenfalls zu vermeiden sind ätherische Öle und der Genuss von Kaffee. Diese können die Wirkung der homöopathischen Arzneimittel aufheben oder erheblich schwächen.

Die richtige Dosierung

Für die Akutbehandlung haben sich Niedrig – Potenzen ( D 1 – D30) bewährt. Die normale Dosis für Erwachsene wie auch für Kinder beträgt 3 – 5 Globuli. In akuten Fällen können die Globuli in einem Glas (ca. 2 dl) Wasser aufgelöst und davon alle 15 Minuten ein Schluck bis zur Besserung getrunken werden. Meistens tritt eine Besserung innert 2 – 3 Stunden ein.
Oft reicht eine halbe Gabe. Falls benötigt, kann das Mittel nach 3 Stunden wiederholt werden. Sobald eine Besserung eintritt, darf kein weiteres Mittel mehr verabreicht werden, auch wenn die Symptome noch nicht ganz verschwunden sind.
Dies ist etwas ungewohnt. Die Regel der minimalen Dosis ist jedoch sehr wichtig. Mit dem homöopathischen Mittel wird der Organismus angeregt sich selbst zu heilen. Wiederholt man die Mittelgabe zu häufig, wird der harmonische Heilungsablauf gestört.

Unter einer Besserung versteht man Folgendes:

  • Die Krankheitssymptome haben sich verändert
  • Die psychische Verfassung des Patient ist besser oder er schläft ein. Selbst wenn die Krankheitssymptome unverändert sind, (z.B. Fieber immer noch gleich hoch), ist von einer weiteren Gabe abzusehen. Beachten Sie zudem: Nie einen schlafenden Patienten für die Mitteleinnahme aufwecken!
  • Ein Hautausschlag, Schweißausbruch oder Ausfluss tritt auf. Hier handelt es sich um Heilreaktion des Körpers. Sie sind als positives Zeichen anzusehen und stellen eine Art Ventil oder „Selbstreinigung“ dar. Der Organismus ist dabei, sich zu entlasten, und der Patient fühlt sich anschließend leichter.

Erst bei einem Rückfall können Sie nochmals eine weitere Dosis des ausgewählten Mittels verabreichen, falls es durch das Symptomenbild noch angezeigt ist. Haben sich die Symptome verändert, so muss ein neues, passendes Mittel gesucht werden. Selten tritt nach der Verabreichung eines Mittels eine Verschlimmerung der Beschwerden auf. Dies ist jedoch meistens nur von kurzer Dauer. In der Regel tritt danach schnell eine Besserung ein.

Aufbewahrung der homöopathischen Mittel

Die homöopathischen Heilmittel sind unbeschränkt haltbar, sofern sie richtig aufbewahrt werden. Beachten Sie bitte folgende Punkt:

  1. Die Mittel dürfen nie der Sonne oder Hitze ausgesetzt werden!
  2. Die Mittel müssen vor Licht und Feuchtigkeit geschützt werden!
  3. Die Mittel sollten nicht in der Nähe von stark riechenden Substanzen (z.B. Parfums, Reinigungsmittel, ätherischen Ölen etc. ) aufbewahrt werden!

Wo verwendet man Homöopathie?

Prinzipiell ist die Homöopathie immer anwendbar, solange körpereigene Abwehrsystem vorhanden sind und keine Stoffe substituiert werden müssen (z.B. Insulin bei Zuckerkrankheit).
Homöopathische Einzelmittel gehören, von wenigen Ausnahmen abgesehen, in die Hand des ausgebildeten homöopathischen Arztes.

Homöopathische Reiseapotheke

Angst vor einer Reise
Gelsemium D30 einmal bei Bedarf Reisefieber;
Angst vorm Fliegen;
zittrig aufgeregt;
ungerichtete Erwartungsangst
Ignatia D30 einmal abends vor dem Reiseantritt
einmal am Morgen des Reiseantritts
Aconitum D30 einmal bei Bedarf Plötzliche Angst, es könnte etwas schief gehen;
Katastrophenpanik
Reisekrankheit
Cocculus D12 stündlich eine Gabe
Impfreaktionen
Vaccinium myrtillus D200 einmalig vor jeder Impfung
Thuja D30 einmal vor und nach jeder Impfung
Essen
Aloe D6 dreimal täglich eine Gabe Verbunden mit Völlegefühl und kollernden Blähungen;
Bei Kost- und Klimaumstellung in östlichen oder westlichen Länder
stündlich bei Durchfall nach Essen und Trinken
Okoubaka D2
dreimal täglich Vorbeugend bei Verdauungsstörungen;
Bei Tropenreisen eine Woche vor der Abreise beginnen
Pulsatilla D30 einmal bei Bedarf Durchfall nach fettem Essen, besonders bei Schweinefleisch;
nach Obst;
Völle, Aufstoßen, Übelkeit, Erbrechen, Untersäuerung
Ipecaacuanha D4 alle zehn Minuten eine Gabe Bei akutem Erbrechen
Nux Vomica D30 einmal bei Bedarf Sodbrennen;
saures Erbrechen;
Überessen;
bei Durcheinanderessen
Carbo Vegetabilis D6 stündlich Alle Nahrung gärt, vor allem Fettes;
Druck beengt
Insekten
Apis D200 stündliche Gabe Bei Bienen und Wespenstichen
Staphisagria D12 einmal täglich morgens Vorbeugend bei Mückenstichen aller Art
Verletzungen
Arnica D30 einmalig bei allen Verletzungen
Einmal täglich bei offenen Wunden
Einmal bei Bedarf bei Muskelkater, Radsturz
Cuprum D30 zweimal täglich bei Muskelriss
Einmal bei Bedarf bei Muskelkrämpfen
Rhus toxicodendron D30 zweimal täglich Bei Verrenkungen;
Zerrungen;
Hexenschuss;
Verletzungen durch Quallen
Sonnenallergie – Sonnenbrand
Natrium murriaticum D 200 Vorbeugend eine Gabe und eine Gabe bei Sonnenbeginn
Wiederholen
Acid. Hydrofluoricum D6 alle zwei Stunden Wenn blasiger Ausschlag oder juckende Frieseln auftreten
Belladona D30 alle zwei Stunden Bei Sonnenbrand
Akute Zahnschmerzen
Chamomilla D30 einmal bei Bedarf Anfallsartig, unerträglich, hitzig
Belladona D30
einmal bei Bedarf Akut entzündet, brennt, pulsiert
Fieber
Ferrum phosphoricum D6(Schüssler Salze) halbstündlich eine Tablette Bei Fieber bis 38C°
Kalium phosphoricum D6(Schüssler Salze) halbstündlich eine Tablette bei Fieber über 38C°
Eine Gabe besteht aus : fünf Globuli oder
Fünf Tropfen oder
Einer Tablette

Hinweis: homöopathische Tropfen nur mit Kunstofflöffel einnehmen.

Homöopathische Familienapotheke

1. Aconitum D30 Erkältung
Fieber
Entzündung
2. Apis D4 Insektenstiche
Verbrennung
3. Argentum nitr. D12 Gastritis
Schleimhaut
4. Arnica D4 Verletzungen aller Art
5. Arsenicum album D6 Brechdurchfall
6. Belladona D12 Erkältung
Entzündung
Sonnenbrand
Koliken
Krämpfe
7. Bryonia D4 reizbare schlechte Stimmung
heftige Kopfschmerzen
trockene Bronchitis
8. Cantharis D4 Blasenentzündung
brennende Schmerzen beim Harnlassen
9. Chamomilla D6 Gereiztheit
nervöse Überempfindlichkeit
Schmerzempfindlichkeit
10. Echinacea D4 Stärkung des Immunsystems
11. Euphrasia D4 Augenentzündungen
Konjunktivitis
12. Gelsemium D4 Grippe mir Fieber
Kopfschmerz
Migräne
13. Hypericum D4 Nervenverletzung nach Quetschung
Neuralgien
14. Lycopodium D12 Blähungen
saures Aufstoßen
Verdauungsprobleme
Obstipation
15. Nux vomica D4 Magenverstimmung bei Nikotin- und Alkoholmissbrauch
16. Rhus toxicodendron D4 Gelenksrheumatismus
Rückenschmerzen